
|
Im Mittelalter gabe es auf dem Gebiet des heutigen Staates Rumänien Fürstentümer, die eine gemeinsame Sprache und Herkunft hatten: Das Rumänische stammt vom lateinischen Dialekt der römischen Provinz Dakien ab. Durch Vermischung der dakisch-römischen Bevölkerung mit slawischen Stämmen entstanden die Walachen (von slawisch Vlachen). Gegen Ende des 13. Jahrhunderts, als das oströmische Imperium mit seiner Hauptstadt Konstantinopel schon zu bröckeln begann, wurden viele Bewohner der westlichen Provinzen von den Magyaren (Ungarn) vertrieben. Sie besiedelten den Süden und Osten der Karpaten und gründeten dort das Fürstentum Walachei, das im Norden an Transsylvanien und Moldawien (das Fürstentum Moldau, das sie später gründeten), im Osten ans Schwarze Meer und im Süden an Bulgarien grenzt. Regiert wurden die Fürstentümer von den einheimischen Wojewoden (von russisch voevoda: 'Führer einer Armee'), die häufig die Oberhoheit der Könige von Ungarn oder Polen anerkennen mußten. Der erste Führer bzw. Fürst der Walachei war der Dynastiegründer Basarab der Große (13101352); sein Nachkomme Vlad III Dracula war der letzte walachische Fürst, der seine Unabhängigkeit gegenüber der sich ausdehnenden türkischen Großmacht halbwegs behaupten konnte.
|
||